Datenlöschung · Datenträger · IT-Rücknahme

    Datenlöschung für ausgemusterte IT-Hardware

    Geräte verwerten und sensible Unternehmensdaten kontrolliert behandeln.

    Firmenhardware enthält häufig sensible Daten. Bevor Notebook, PC, Server, Smartphone, Tablet, Festplatte oder SSD wiederverwendet oder weitergegeben wird, muss geklärt sein, wie mit den gespeicherten Informationen umgegangen wird. Wir verbinden bei geeigneten Projekten den IT-Ankauf mit einem strukturierten Prozess für Datenträger und vorhandene Daten.

    Mögliche Daten auf Firmenhardware

    • Kundendaten
    • Mitarbeiterinformationen
    • Finanzdaten
    • interne Dokumente
    • E-Mails
    • Zugangsdaten
    • personenbezogene Informationen
    • Forschungsdaten
    • Unternehmensgeheimnisse
    • technische Dokumentationen

    Ein Hardwareverkauf darf nicht dazu führen, dass Daten unkontrolliert weitergegeben werden.

    Gerätearten

    Welche Geräte sind betroffen?

    Alle Geräte mit internem oder externem Speicher müssen vor einer Weitergabe entsprechend berücksichtigt werden.

    Notebooks

    HDD / SSD / NVMe

    PCs & Workstations

    interne Festplatten & SSD

    Server

    SAS / SATA / SSD / NVMe

    Storage

    große Festplatten- und SSD-Arrays

    Smartphones

    interner Flash-Speicher

    Tablets

    interner Gerätespeicher

    Externe Datenträger

    USB-Sticks, ext. HDDs, Speicherkarten

    Verfahren

    Datenlöschung oder Vernichtung?

    Option A

    Logische Datenlöschung

    Wenn der Datenträger technisch weiterverwendet werden soll. Der Datenträger bleibt physisch erhalten.

    Geeignete Löschverfahren können projektbezogen über vorhandene Prozesse beziehungsweise spezialisierte Partner umgesetzt werden.

    Option B

    Physische Datenträgervernichtung

    Wenn eine weitere Nutzung des Datenträgers nicht vorgesehen oder eine physische Vernichtung gewünscht ist — z.B. HDD, SSD, USB-Speicher.

    Eine physische Datenträgervernichtung kann bei Bedarf gemeinsam mit spezialisierten Partnern koordiniert werden.

    Hinweis: Wir benennen keine Zertifizierungen (BSI, Blancco, TÜV, ISO 27001, NIST, DIN), die für unsere internen Prozesse nicht nachweislich vorhanden sind. Wenn zertifizierte Partner eingebunden werden, wird dies entsprechend der tatsächlich vorhandenen Nachweise formuliert.

    Gesamtprozess

    Datenlöschung und Ankauf

    1. Firmenhardware
    2. Asset-Erfassung
    3. Datenträger identifizieren
    4. Datenbehandlung
    5. Technische Prüfung
    6. Ankauf / Remarketing oder Recycling

    Datensicherheit und Restwert müssen kein Widerspruch sein.

    Inventarisierung

    Strukturierte Erfassung vor der Datenbehandlung

    Gerade bei hunderten oder tausenden Geräten ist eine strukturierte Erfassung wichtig. Geräte können anhand ihrer Identifikationsdaten erfasst werden:

    Asset Tag
    Seriennummer
    Hersteller
    Modell
    Geräteart
    Standort

    Geräte ohne Datenträger

    Wenn Unternehmen Datenträger selbst behalten möchten

    Auch Hardware ohne HDD bzw. SSD kann grundsätzlich zur Prüfung angeboten werden — zum Beispiel Notebooks ohne SSD, PCs ohne Festplatte, Server ohne Drives. Der Wert wird entsprechend dem tatsächlichen Bestand bewertet.

    Datacenter

    Datenlöschung bei Server- & Storage-Projekten

    Größere Datacenter-Projekte können separat geplant werden.

    ServerStorageRAID-SystemeEnterprise HDDSSDNVMeSAN/NAS
    Datacenter-Projekt anfragen

    Mobile Devices

    Smartphones & Tablets

    Bei mobilen Geräten können neben gespeicherten Daten zusätzliche Bindungen vorhanden sein. Vor der Übergabe sollten Geräte soweit möglich aus vorhandenen Accounts und Unternehmensverwaltungen entfernt werden.

    • Apple Activation Lock & Find My
    • MDM-Profile
    • Google FRP
    • Samsung Knox
    • Unternehmensprofile
    • Corporate EMM

    Eine vollständige Entsperrung aller möglichen Bindungen kann nicht garantiert werden.

    Normen & Standards

    Datenlöschung – Normen, Standards & Rechtspflichten

    Für die sichere Datenlöschung existieren mehrere nationale und internationale Standards. Welches Verfahren für Ihr Unternehmen geeignet ist, hängt von Ihrer Branche, dem Datenträgerwtyp und Ihren Compliance-Anforderungen ab.

    NIST SP 800-88 (Clear / Purge / Destroy)

    US National Institute of Standards and Technology

    Die am weitesten verbreitete internationale Norm für die Bereinigung von Speichermedien. Unterscheidet drei Sicherheitsstufen: Clear (überschreiben), Purge (kryptografische Löschung, Demagnetisierung) und Destroy (physische Vernichtung). Gilt für HDD, SSD, NVMe, Flash-Speicher und optische Datenträger.

    DIN 66399 (Vernichtungsklassen H1–H7 / E1–E7 / O1–O7)

    Deutsches Institut für Normung

    Deutsche Norm für die physische Vernichtung von Datenträgern. Definiert Vernichtungsklassen für Papier (P), optische Datenträger (O), magnetische Datenträger (H) und elektronische Datenträger (E) in sieben Sicherheitsstufen. Wird häufig von deutschen Behörden und Unternehmen gefordert.

    BSI IT-Grundschutz / BSI TR-02102

    Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

    Das BSI empfiehlt im IT-Grundschutzkompendium konkrete Maßnahmen für das sichere Löschen von Datenträgern (Baustein CON.6). Für SSDs gilt: kryptografische Löschung (AES-Encrypt-Then-Delete) oder physische Vernichtung. Für HDDs: mehrfaches Überschreiben oder Demagnetisierung.

    DoD 5220.22-M (US-Verteidigungsministerium)

    US Department of Defense

    Historisch wichtiger Standard für 3-faches oder 7-faches Überschreiben (Gutmann-Methode, 35 Durchgänge). Für moderne SSDs und NVMe-Laufwerke weniger geeignet – kryptografische Löschung wird empfohlen. Bei Altbeständen mit HDDs noch relevant.

    ISO/IEC 27001 (ISMS) – Datenlöschung als Sicherheitsmaßnahme

    International Organization for Standardization

    ISO 27001-zertifizierte Unternehmen sind verpflichtet, Datenträger sicher zu löschen oder zu vernichten (Kontrolle A.8.10). Ausmusterungsprozesse für Hardware müssen dokumentiert sein. Anforderungen gelten für alle Datenträger, auf denen personenbezogene oder vertrauliche Daten gespeichert wurden.

    DSGVO Art. 5 & Art. 17 (Datenschutz-Grundverordnung)

    EU-Datenschutzrecht

    Art. 5 DSGVO verpflichtet zur Datensicherheit auch beim Löschen (Grundsatz der Integrität und Vertraulichkeit). Art. 17 regelt das Recht auf Löschung. Unternehmen, die Hardware verkaufen oder weitergeben, müssen sicherstellen, dass personenbezogene Daten zuvor vollständig und nachweisbar gelöscht wurden.

    Datenträger im Detail

    Welches Löschverfahren für welchen Datenträger?

    Das richtige Löschverfahren hängt stark vom Datenträgertyp ab. SSDs erfordern andere Methoden als HDDs – und USB-Sticks wieder andere als Server-NVMe.

    Konventionelle Festplatten (HDD)

    Magnetische Datenspeicherung

    Empfohlene Löschverfahren: Mehrfach-Überschreiben (1–7 Durchgänge), Demagnetisierung, physische Vernichtung

    Altdaten können mit Spezialwerkzeug wiederhergestellt werden — vollständiges Überschreiben oder physische Vernichtung empfohlen.

    Solid-State-Laufwerke (SSD, NVMe, M.2)

    NAND-Flash-Speicher

    Empfohlene Löschverfahren: ATA Secure Erase (SATA SSD), NVMe Secure Erase, kryptografische Löschung (Sanitize Cryptographic Erase), physische Vernichtung

    Standard-Überschreiben funktioniert bei SSDs wegen Wear-Leveling nicht zuverlässig. Herstellertools (Samsung Magician, Intel MAS) oder zertifizierte Löschsoftware verwenden.

    Server-Datenträger (SAS, SATA, NVMe Enterprise)

    SAS-HDD, SATA-SSD, U.2, E1.S, PCIe

    Empfohlene Löschverfahren: ISE (Instant Secure Erase) für Enterprise-SSDs, Crypto Erase, mehrfaches Überschreiben, Demagnetisierung

    Enterprise-SSDs unterstützen ISE mit einem einzigen Befehl. RAID-Controller-Ebene beachten — einzelne Laufwerke müssen separat gelöscht werden.

    Mobile Geräte (Smartphone, Tablet)

    eMMC, UFS-Flash

    Empfohlene Löschverfahren: Werksreset (Factory Reset) in Kombination mit vorheriger Geräteverschlüsselung. MDM-Remote-Wipe für unternehmens verwaltete Geräte

    Vor dem Reset: MDM-Bindungen lösen, iCloud-/Google-Accounts entfernen, Samsung Knox / FRP deaktivieren. Verlorene Zugänge können Resale blockieren.

    USB-Sticks & externe Datenträger

    NAND-Flash, USB 2.0/3.x/C

    Empfohlene Löschverfahren: Formatieren + Überschreiben (für Flash) oder physische Vernichtung

    Billige USB-Sticks sind häufig nicht ISE-fähig. Physische Vernichtung ist sicherer und kostengünstiger als zertifizierte Löschung kleiner Geräte.

    Speicherkarten (SD, microSD, CF)

    NAND-Flash

    Empfohlene Löschverfahren: Vollformatierung + Überschreiben oder physische Vernichtung

    Kamera- und Industrieanlagen-Karten können sensible Bilder, Protokolldaten oder Konfigurationsdaten enthalten.

    Branchenspezifisch

    Datenlöschung: Anforderungen je Branche

    Je nach Branche gelten unterschiedliche gesetzliche und regulatorische Anforderungen an die Datenlöschung beim Hardwaretausch. Hier ein Überblick der wichtigsten Sektoren.

    Banken & Finanzdienstleister

    • BaFin-Anforderungen an IT-Sicherheit (BAIT)
    • Minimale Aufbewahrungsfristen für Handelsdaten nach MiFID II
    • Datenlöschung nach HGB und Aufbewahrungsfristen
    • Prüfpflichtige Protokollierung bei Datenträgertausch

    Gesundheitswesen

    • Patientendaten unterliegen besonderer Schweigepflicht (§ 203 StGB)
    • Anforderungen aus dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG)
    • Meldepflicht bei Datenpannen an Datenschutzbehörden
    • Physische Vernichtung häufig bevorzugt bei sensiblen Diagnose-/Behandlungsdaten

    Behörden & öffentliche Verwaltung

    • VSA (Verschlusssachenanweisung) für eingestufte Daten
    • BSI-Empfehlungen als quasi-bindend für Bundesbehörden
    • Vergabe von IT-Entsorgungsprojekten durch öffentliche Ausschreibung (VOL/A)
    • Dokumentationspflicht für alle verarbeiteten Geräte

    Rechtsanwälte & Steuerberater

    • Berufsgeheimnis nach § 203 StGB auch für digitale Mandantendaten
    • Aufbewahrungsfristen für Steuerunterlagen bis 10 Jahre (AO)
    • Vollständige Datenlöschung oder -vernichtung vor Hardwaretausch Pflicht
    • Nachweis gegenüber Mandanten empfohlen

    Industrie & Fertigung

    • Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen (GeschGehG)
    • CAD/CAM-Daten, Produktentwicklung, Kundenlisten auf Maschinen-PCs
    • Häufig strikte No-Resale-Policy für Produktion-Hardware
    • Physische Vernichtung als sicherste Option

    IT-Dienstleister & Rechenzentren

    • Vertragliche Pflichten gegenüber Kunden (SLA, Datenschutz-Vereinbarungen)
    • DSGVO AV-Vertrag mit Auftragsverarbeitern (Art. 28 DSGVO)
    • ISO 27001-Auditanforderungen für Entsorgungsprozesse
    • Serialisierte Einzelgeräte-Protokollierung bei hunderten Servern

    Zielgruppen

    Besonders relevant für:

    • Banken
    • Versicherungen
    • Gesundheitsunternehmen
    • Behörden
    • Steuerberater
    • Rechtsanwälte
    • Industrie
    • Rechenzentren
    • IT-Dienstleister
    • Unternehmen mit personenbezogenen Daten

    FAQ

    Häufige Fragen

    Anfrage

    Datenlöschung anfragen

    Senden Sie uns Informationen zu Ihrem Bestand. Wir prüfen den passenden Prozess für Datenträger und Hardware gemeinsam.

    Datensicherheit und Restwert gemeinsam denken.

    ✓ Logische Löschung oder physische Vernichtung

    ✓ Asset-Erfassung bei großen Projekten

    ✓ Datacenter, Workplace und Mobile

    IT-PROJEKT PER E-MAIL ANFRAGEN